Ich junger, alter Sack!
Ich befinde mich Wohl oder Übel in einem Übergangsalter, mit dem liebenswerten Ausdruck Pubertät. Häufig bekomme ich zu hören, dass ich sehr reif sei für mein Alter, und zu neunzig Prozent der Zeit fühle ich mich auch so. Dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen ich mich… klein und jung fühle.
Ich möchte vorweg nehmen, dass ich ein sehr glücklicher Mensch bin, und im Vergleich zu den meisten Jugendlichen wohl sehr wenige und kleine Probleme habe.
Es geschieht nur selten, doch ab und zu bekomme ich das Gefühl, letztlich im Leben noch nichts erreicht zu haben, sozusagen “jung und unbedeutend” zu sein.
Ich muss mir in diesen Momenten dann entweder selbst darlegen, was ich bereits erlebt habe, mich an die Lebenserfahrungen und Projekte entsinnen, oder ich schaue mir andere Menschen in meinem Alter an, und bemerke Schockierendes.
Ich fühle mich nicht besser als andere, nur weil ich vielleicht mehr Dinge habe erleben können, aber ich fühle mich häufig meiner eigenen Zeit voraus. Ich will – nicht möchte, will – immer einen Schritt weiter im Leben sein, als es mir aktuell möglich ist. Im Kindergarten konnte ich es kaum abwarten in die Schule zu kommen, obwohl mir immer erzählt wurde, wie anstrengend es vergleichsweise werden würde. In der Grundschule war ich wirklich glücklich, und als klar wurde, dass es keine andere Wahl als den Schulzweig Gymnasium geben würde, wurde ich auch hier gewarnt, doch ich freute mich auf die weiterführende Schule. In der fünften und sechsten Klasse galt es dann sich vermeintlich zu “etablieren und den Grundstein für das schwierige G8 zu legen”. In der siebten und achten Klasse plante ich neben dem ach so anstrengenden G8 ganz nebenbei und – man möge es glauben oder nicht – völlig problemlos mein Austauschjahr, welches dann auch in der neunten Klasse mein absolutes Ziel war – für die Schule gelernt habe ich glaube ich seit 3 Jahren nicht ernsthaft.
Jetzt bin ich hier, und erlebe alles, worauf mich Jahre lang gefreut habe – und wisst ihr was? Ich schaue mit riesiger Vorfreude auf meine Rückkehr, darauf, mein Abitur und mein IB (ein Blogpost über den zusätzlichen Abschluss wird folgen) abzulegen, vielleicht wieder mehr für die Schule tun zu müssen und mich ansonsten der Arbeit an verschiedenen Projekte widmen.
Und wisst ihr noch etwas? In weniger als zwei Jahren werde ich es nicht mehr abwarten können, bis zum Studium, dann bis zum Einstieg in die Berufswelt, bis zur Beförderung, bis zur Rente, und irgendwann, ja, irgendwann freue ich mich vielleicht darauf, dass mein Leben bald zu Ende sein wird und ich als glücklicher, erfolgreicher, junger, alter Sack sterbe.
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