Luxus

Wie ihr sicherlich wisst, verbringe ich momentan ein Jahr im U.S. amerikanischen Ausland und genieße meine Zeit auf der anderen Seite des Ozeans nicht nur sehr, sondern nehme auch wichtige Erfahrungen mit.

Ab und zu bin ich als Internet-Freak bezeichnet worden – und das sicherlich nicht ganz zu unrecht. Ich liebe die Möglichkeiten die das World Wide Web bietet, habe tolle Menschen kennengelernt, meine Kreativität ausleben können und einige Projekte auf die Beine gestellt.

 

Bis zu meinem zehnten oder elften Lebensjahr kam ich komplett ohne Internetverbindung im eigenen Haus aus, dann gab es eine langsamere Verbindung und schließlich eine Highspeed-Verbindung in Verbindung mit dem Telekom Entertain Paket.

Wie auch immer, ich bin nun also wieder „zurückgestuft“ auf eine 48 kB (!) Verbindung, die ich aber kaum eine Stunde pro Woche nutze (OK, wir haben WiFi in der Schule, aber die 5 Minuten vor der Schule, während meiner Mittagspause und nach der Schule… verwerflich wenig!)

 

Twitter zum Beispiel, definitiv mein liebstes Social Network, nutze ich  habe ich ausschließlich nebenbei genutzt, meistens sogar nur auf dem iPhone.

Facebook „brauche“[1] ich bloß, um mit internationalen Bekanntschaften in Kontakt zu bleiben – das ist in meiner aktuellen Situation natürlich nicht ganz unwichtig, ich stelle aber fest, dass ich die Kommunikation via Email, wenn möglich, bevorzuge. Zum zur Verfügung stellen von Bildern ist Facebook aber eine gern angenommenes Helferlein.

 

Mal abgesehen von sinnlosem Freizeitkram ist das einzige, was ich ehrlich vermisse ist das schnelle Nachschlagen von Begriffen, Dingen und Personen, die Push-Notifications auf meinem iPhone über das, was in der Welt so vor sich geht und die Möglichkeit sich praktisch jede beliebige, frei zugängige Information in Sekundenschnelle beschaffen zu können.

Ein netter Luxus neben dran, das i-Tüpfelchen oder die Kirsche auf der Sahne auf der besten Torte der Welt, sind dann die aktuellsten Videos von den ersten Live-Performances eines Songs der liebsten Band, die Neuigkeiten der Apple Welt (neben Steve Jobs’s Tod, der sich hier wie ein schwarzes Tuch durch die Nachrichten zog, geht es ja trotzdem weiter) und das schnelle Downloaden eines neuen Albums oder Films – das sind allerdings die Dinge, auf die ich aktuell ohne Probleme verzichten kann.

 

Wisst ihr, wie man immer erzählt bekommt: „Wenn man etwas nicht mehr hat, merkt man erst, wie sehr man es zu schätzen wissen sollte!“ Nun, ich kann dem nicht so wirklich zustimmen.

Natürlich ist es angenehm den Luxus einer schnellen Internetverbindung (überall, wenn man das mobile HSDPA mit einbezieht) genießen zu können, kurze Fußwege zu haben, da man in der Stadt wohnt, oder Gitarre und Schlagzeug mit wundervollen Soundsystem im Zimmer zu haben – all das habe ich jetzt nicht mehr… weiß ich es deswegen mehr zu schätzen? Vermisse ich es wirklich? Nein, ich genieße hier ganz einfach ein anderes Leben mit anderen „Luxus“gütern und kann eben auch ohne.

 

[s∂]

 

(Ich tue es wieder…) P.S.

Die kurzen WiFi Zeiten geben mir natürlich die Möglichkeit via Push schnell auf dem neusten News-Stand zu sein, ganz ohne ist es also nicht mehr. Ich musste für kurze Zeit aus von mir vorher nicht bedachten, selbstverschuldeten Beta-Gründen auf mein iPhone verzichten, und ich gebe zu, es fühlte sich ziemlich gut an dieses wunderschöne Gerät wieder in der Hand zu halten (DAS macht Apple Produkte aus!)… Wie dem auch sei, es geht tatsächlich problemlos mit weniger oder ohne!


[1] Was braucht man schon?

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